13. April: NachDenkTreff - "Die Rolle der Bertelsmann-Stiftung beim Abbau des Sozialstaates und der Demokratie"
aus LiBuDo, der freien Wissensdatenbank
Dortmunder NachDenkTreff:
Wir laden zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein: OV Dortmund – FB 8
Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Abbau des Sozialstaates und der Demokratie
oder: Wenn ein Konzern Politik stiftet – zum gemeinen Nutzen?
Referent: Dr. Wolfgang Lieb / Köln
Am Dienstag, den 13. April 2010, 19.00 Uhr im ver.di-Haus Dortmund, Königswall 36 (2.Etage – Sitzungsraum A/B)
Die Bertelsmann AG ist der größte Oligopolist der veröffentlichten Meinung in Deutschland. Die Zeitungen, Zeitschriften, Fernseh- und Radiosender und nicht zuletzt die Verlage des Konzerns beeinflussen nicht nur die Meinungsbildung, sondern auch die gesamte Stimmungslage und Befindlichkeiten in Deutschland. Schon diese unkontrollierte Medienmacht alleine stellt eine Bedrohung für die Meinungsvielfalt dar. Bertelsmann übt aber darüber hinaus eine politische Gestaltungsmacht aus, die weit über den Einfluß von Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften, ja sogar Parteien hinausgeht. Mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat die Stiftung in den neunziger Jahren die Einführung von Studiengebühren vorbereitet und erheblichen Einfluß auf Mandatsträger ausgeübt.
Fernab demokratischer Legitimation und Kontrolle war die Stiftung Initiator massiver Eingriffe und Einschnitte im Wirtschafts-, Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich. Von der HARTZ-Gesetzgebung bis hin zur NRW-Hochschulgesetzgebung hat sich die Bertelsmann-Stiftung als neoliberale Vorreiterin von Arbeitgeberinteressen betätigt. Mit seiner Firma AVATOR steht der Bertelsmann- Konzern auch für die Privatisierung öffentlicher Verwaltung und Daseinsfürsorge und einer Privatisierungspolitik, die auf die Plünderung des Gemeinwesen hinausläuft.
Aus gutem Grund gibt es viele Beschlüsse von Gewerkschaften mit der Bertelsmann-Stiftung nicht zusammen zu arbeiten, da sie im Widerspruch zu den originären gewerkschaftlichen Anliegen wie der sozialen Sicherheit oder Verteilungsgerechtigkeit stehen.
Der Referent Dr. Wolfgang Lieb
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Wolfgang Lieb seit 1972 als Wissenschaftlicher Assistent an der damaligen Gesamthochschule Essen und wechselte 1976 an die sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Bielefeld. Von 1979 bis 1983 arbeitete er in der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes und wurde anschließend Leiter des Grundsatzreferates in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Bonn. Ab 1987 war er zunächst stellvertretender, später Regierungssprecher und Leiter des Landespresse- und Informationsamtes des Landes Nordrhein-Westfalen unter Ministerpräsident Johannes Rau. Zuletzt war er von 1996 bis 2000 Staatssekretär im nordrheinwestfälischen Wissenschaftsministerium. Heute gibt er zusammen mit dem Publizisten Albrecht Müller die politische Webseite NachDenkSeiten heraus. In dieser Funktion nahm er2009 den Alternativen Medienpreis entgegen.
- Der „NachDenkTreff“ ist eine Einladung, viele Dinge anders zu sehen. Eine Ähnlichkeit mit der Internetseite „www.nachdenkseiten.de“ ist dabei nicht zufällig sondern beabsichtigt und wird zur (werk-)täglichen Lektüre empfohlen.
- Informationen und Einladungen können Sie unter folgender E-Mail-Anschrift anfordern: NachDenkTreff@gmx.de
