29. Januar: "Per la vita" - Esther Bejarano, Edna und Joram und Microphone Mafia
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"Per la vita" - Konzert mit Esther Bejarano, Edna und Joram und Microphone Mafia
Das "Bündnis Dortmund gegen Rechts" freut sich, das Jahr 2010 - das Jahr seines 10-jährigen Bestehens - mit einem ganz besonderen Konzert zu beginnen:
Unter dem Motto "per la vita" treten Esther Bejarano, ihre Kinder Edna und Joram und die Rapper-Gruppe "Microphone Mafia" am 29. Januar im Wichernhaus auf.
"Per la vita", für das Leben, gegen Krieg und alte und neue Nazis engagiert sich Esther Bejarano, seit sie die Hölle von Auschwitz durchlitten hat. Nach einer glücklichen Kindheit erfuhr sie, was es heißt, Jüdin im faschistischen Deutschland zu sein: Mit 18 Jahren wurde sie nach Auschwitz deportiert, fast ihre gesamte Familie wurde von den Nazis ermordet. Esther Bejaranos Musikalität rettete ihr das Leben. Sie wurde in das "Mädchenorchester Auschwitz" aufgenommen, das die ankommenden Transporte musikalisch in Empfang nehmen musste, um so die Deportierten in Sicherheit zu wiegen. So schrecklich und zynisch diese Aufgabe war, befreite sie Esther von Schwerstarbeit, die den sicheren Tod bedeutet hätte.
Nach der Befreiung 1945 ging sie nach Palästina, 1960 kam sie in die Bundesrepublik Deutschland und lebt seither in Hamburg. Die ausgebildete Sängerin, die vor kurzem ihren 85. Geburtstag feiern konnte, steht bis heute auf der Bühne, tritt aber auch als engagierte Rednerin gegen Rassismus und Antisemitismus auf. Die Hamburger Ehrenbürgerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees wurde mit der Carl v. Ossietzky Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Ein ungewöhnliches Musikexperiment
Das Zusammenspiel der Bejaranos mit den Rappern von "Microphone Mafia", die als Jugendliche "mit Migrationshintergrund" in einem Kölner Arbeiterstadtteil aufwuchsen und früh mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit konfrontiert wurden, ist ein ungewöhnliches, musikalisches Projekt: Tradition trifft auf Moderne, jiddische Lieder auf harten Rapp, die Jüdin auf den Moslem. In den Texten spiegeln sich Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart wider und machen nachdenklich und betroffen. Unüberhörbar aber ist der Optimismus, das JA zum Leben, das die Musiker eint.
Das "Bündnis Dortmund gegen Rechts" versteht das Konzert als seinen Beitrag zum Gedenken an den 27. Januar, an dem 1945 das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde. Und es erinnert auch an den 30. Januar 1933 und die Machtübertragung an Hitler, was Auschwitz und alle anderen Verbrechen der Nazis erst möglich machte.
"Per la vita", Konzert am 29. Januar 2010 im "Wichern", Stollenstraße 36, Einlass 19 Uhr
Eintritt frei. Es wird um Spenden für die Arbeit des Bündnisses gebeten.
