29. Mai: "Schlachtzeichen" im Ruhrgebiet

aus LiBuDo, der freien Wissensdatenbank

DKP und Linkes Bündnis Dortmund rufen auf zur "Aktion SCHLACHTZEICHEN"


Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

vom 22. bis 30. Mai sollen im Ruhrgebiet große gelbe Ballons die Standorte ehemaliger Zechen kennzeichnen. Das ist ein Projekt im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010. 450 Standorte sollen so markiert werden. Die Erinnerung an die Zechen, an die schwere Arbeit der Bergarbeiter, an das Leben der arbeitenden Menschen im Revier ist sicher gut. Eine andere Seite ist allerdings die mit dem teuren Event verbundene Absicht: "SCHACHTZEICHEN" ist die Idee, den Strukturwandel im Ruhrgebiet aufzuzeigen und ihn sinnlich erfahrbar zu machen …" (siehe www.schachtzeichen.de)

Im Revier "sinnlich erfahrbar" ist heute ganz anderes: In unseren Städten werden kulturelle und soziale Einrichtungen kaputtgespart, die von allen gebraucht werden! Bibliotheken und Sportstätten werden geschlossen. Zuschüsse für kulturelle Einrichtungen, für soziokulturelle Zentren, für Schulküchen und Sprachförderung werden gekürzt und gestrichen. Erhalten und Wiederherstellen von Gesundheit wird privatisiert. Eintrittspreise werden erhöht, Sozialtickets wieder abgeschafft usw, usf.

Deswegen rufen wir auf zu einer Aktion, die wir SCHLACHTZEICHEN nennen. Initiativen, Parteien, Gruppen und Einzelpersonen, die wie wir kritisieren, dass die soziale und gesellschaftliche Spaltung sich radikal verstärkt, und die sich wie wir nicht mehr alles gefallen lassen, sind eingeladen mitzumachen.

Am 29. Mai wollen wir an möglichst vielen Orten im Ruhrgebiet Stätten des kulturellen Kahlschlags und des Sozialabbaus kennzeichnen, indem wir in der Zeit von 12 bis 15 Uhr schwarze Ballons steigen und schweben lassen. In Dortmund denken wir z.B. an die gestrichene Jugendarbeit im Freizeitzentrum West, an das geschlossene Museum am Ostwall, an die nicht gebauten KiTas in der Nordstadt, an das noch nicht gerettete Schwimmbad Stockheide – eine ganz unvollständige Liste. Wir stellen uns fünf Standorte vor, aber es könnten bei entsprechender Beteiligung auch gut zehn werden.

Die schwarzen unbeschrifteten Ballons von 60 cm Durchmesser werden mutig gegen die Großkotzigkeit der öffentlich und privat hoch gesponserten gelben Riesen antreten und weithin sichtbar sagen, dass es Opposition gegen die ästhetische Feier der neoliberalen Elite gibt. Unterhalb der Ballons können leichte Logos und Fahnen der jeweils Beteiligten flattern. Am Boden sollen Flugblätter politisch den Anspruch der Aktion und fachkundig den Verlust vor Ort darlegen. Die Ballons, das Helium und sonstige Utensilien können gemeinsam organisiert werden, einiges ist bereits vorbereitet.

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Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

bitte meldet Euer Interesse und Eure Lust zu der Aktion möglichst kurzfristig zurück, sodass wir gemeinsam an die schöne Arbeit gehen können. Wir schlagen ein Vorbereitungstreffen vor für

Mittwoch, den 12. Mai um 20.00 Uhr im TarantaBabu

Dann muss alles recht schnell gehen - deshalb wäre es schön, vorher zu wissen, wer dabei sein möchte, und noch schöner, Ihr bringt Ideen für Orte mit, an denen die Aktion durchgeführt werden kann. Die Orte müssen ordentlich angemeldet werden, die Genehmigung braucht auch ein paar Tage.

Eure Rückmeldungen gehen bitte an Doris Borowski, doris.borowski@free.de oder an mich, wolfgang.richter@linkes-buendnis-dortmund.de

Mit Mai-Grüßen und in Vorfreude auf eine Aktion von unten zur Kulturhauptstadt, Wolfgang Richter


Das gemeinsame Flugblatt für alle Aktionen am 29. Mai

Zu diesem allgemeinen Teil des Flugblatts, der die Aktion "Schlachtzeichen" erklärt, gibt es jeweils noch den besonderen Teil, der den ausgewählten Fall von Sozial- und/oder Kulturabbau erklärt.


Die Aktionen beginnen dezentral um 11 Uhr am Keuninghaus, am Arbeitslosenzentrum, in der Münsterstraße, an der U-Bahn-Station Reinoldikirche, am Ostwallmuseum, an der Katharinentreppe, an der Möllerbrücke, am Phönix-Gymnasium in Hörde und in der Harkortstraße in Hombruch. An diesen Orten, die exemplarisch Abbau von Sozialem und Kultur symbolisieren, werden die schwarzen Ballons ca. 1 Stunde bleiben. Danach werden sie zum Rathaus geführt, wo um 12.30 Uhr alle Ballons zusammengeführt sein werden für eine kleine Kundgebung der beteiligten Gruppen, mit Unterstützung der Gruppe "Querköpfe". Am Rathaus wird auch die KANA-Suppenküche ihr jährliches öffentliches Essen durchführen.